Samstag, 18. April 2015
Nelson – März 2015
atimos, 00:42h
Unser nächstes Ziel war die auf der Südinsel gelegene Stadt Nelson. Das hieß für uns, dass wir die Fähre nehmen mussten, um von Wellington dorthin zu kommen. Für die Strecke hätte sich nicht einmal dann ein Flug gelohnt, wenn es in Nelson einen Flughafen gegeben hätte. Leider hatten wir keinen Host in Nelson oder Umgebung gefunden, weshalb wir nur einige wenige Tage verweilen wollten, bevor wir weiterzogen. Es war ein tatsächlicher Urlaub mit ungeregelten Tagesabläufen und viel laissez-faire.

Die Fähre brachte uns nach Picton, von wo aus wir dann den Bus nach Nelson nahmen. Die Überfahrt mit der Fähre von Wellington nach Picton dauert ungefähr drei Stunden, allerdings muss man hier anmerken, dass man die letzte Stunde praktisch schleicht, weil man die Meerenge durchqueren muss. Unser letzter Gastgeber empfahl uns zu dieser Zeit aufs Deck zu gehen, weil man mit Glück Delphine sehen kann. Wir hatten leider kein Glück. Aber auch so war die Landschaft einfach nur traumhaft: grüne Berge, die ins Meer eintauchen; weiße Sandstrände mit abgeschottet liegenden Einfamilienhäusern; Inselchen, Küstenstriche, blauer Himmel.

Die Fahrt hingegen war durchwachsen. Franziska mochte sie nicht, ich war schnell gelangweilt, obwohl einem reichlich Abwechslung geboten wurde, ja, es gab sogar ein Kino an Bord. Als wir bei der Abfahrt allerdings oben auf dem Deck saßen, uns gebührlich von Wellington verabschiedeten, fragten wir uns wieder, wo wir eigentlich waren. Links, vorne, hinten, überall um uns herum saßen Leute aus Deutschland. Man sollte meinen, dass ich mich langsam daran gewöhnte, aber weit gefehlt. Es kommt mir immer noch seltsam vor; es war viel einfacher sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Immer noch erwarte ich, dass ich irgendwo um die Ecke komme, einer Gruppe von sich unterhaltenden Geschäftsleuten über den Weg laufe und kein Wort verstehe, weil sie eine Fremdsprache sprechen. Ja, ich finde es auch ein bisschen seltsam, dass Englisch die Amtssprache Neuseelands ist, weil es einfach zu weit weg ist, um so familiär zu sein. Egal, ich schweife ab.
Der Aufenthalt in Picton beschränkte sich auf das Entgegennehmen unseres Gepäcks. Keine halbe Stunde später ging es im Intercitybus weiter. Der Busfahrer war äußerst redselig, tatsächlich quasselte er die gesamte Strecke von Picton nach Nelson durch. Ich wunderte mich stellenweise, wann er Luft dafür holte. Es gab einige interessante Informationen, aber das meiste beschränkte sich auf Kleinigkeiten, weshalb ich mich nach einiger Zeit zurückzog und das ganze Geplapper ausblendete. Die wichtigste Information kam kurz vor unserer Ankunft in Nelson: Es gab hier viele Hotels und Hostels, die einen Shuttleservice von der und zur Bushaltestelle anboten.
Da wir nicht genau wussten, wo unsere Herberge lag (Straßenschilder helfen einem sich zurechtzufinden, wenn keine vorhanden sind, wird es schwierig), riefen wir kurzerhand an und erkundigten uns, wie wir am besten zum Bug Backpackers käme. Die Antwort war schlicht phantastisch. Sie würden uns abholen. Keine zehn Minuten später saßen wir bei Richard im Auto, der zwischendurch noch ein Mädel einsammelte, und unterhielten uns mit dem lustigen Kerl. Das Bug Backpackers lag ein wenig außerhalb des Zentrums und es gab nur wenige Leute, die die lange Straße mit Gepäck beladen hinunter gingen, so dass die meisten davon tatsächlich zum Hostel wollten. Richard neigte dazu, zwischendurch immer wieder anzuhalten, wenn er eine solche Gestalt sah, und die Leute anzusprechen, ob sie zu seiner Herberge gingen. So manches Mal erntete er komische Blicke für sein Verhalten. Wer sonst hält mal eben am Straßenrand, um fremde Leute anzusprechen? Sein schwarzes Vehikel und der kahlrasierte Kopf halfen ihm nicht sonderlich bei der Zerstreuung von mütterlichen Ängsten.
Im Büro von Bug Backpackers wurden wir von Rachael begrüßt. Nun ja, wir mussten einige Minuten auf sie warten, aber das war kaum der Rede wert, immerhin herrschte gerade reger Andrang und sie nahm sich für jeden Gast viel Zeit. Wir erhielten einen Schlüssel für unser Zimmer, stellten dann aber fest, dass auch hier die Schlüssel nur der Zierde dienten. Die Tür konnte abgeschlossen werden, ja, aber was nützte es, wenn dafür die Terrassentür sperrangelweit offen stand? Es gab keine Schränke, nicht einmal einen Spind. Das schien alle anderen Leute mit ihren i-Phones, i-Pads oder i-Sachen nicht zu stören, also beruhigten wir uns damit, dass es in Neuseeland eben so war.
Unsere vorhergehenden Gastgeber hatten uns vor Picton und Nelson „gewarnt“. Anscheinend hatten sich dort die ganzen komischen Gestalten der Weltgeschichte versammelt, so dass die Hippieszene noch immer in voller Blüte war. Tatsächlich habe ich in sonst keiner Stadt so viele Leute gesehen, die barfuß durch die Gegend liefen. Eine amerikanische Mitbewohnerin unseres Zimmers passte hervorragend in das bunte Stadtbild. Abends saß sie mit ihrer Ukulele und arbeitete an ihrem nächsten Hit. Sie hätte noch ein bisschen Geld in Gesangstunden investieren sollen.
Bei unserer Ankunft empfahl Rachael uns eine Wanderroute, die zum geographischen Mittelpunkt Neuseelands führte. Es war klasse, dass Bug Backpackers seinen Gästen kostenlose Fahrräder zur Verfügung stellte, weil wir auf diese Art schnell ins Zentrum und an jeden beliebigen Ort kamen. Vorher musste man nur ein kleines Rätsel lösen: Welches Schloss hatte welche Zahlenkombination? Man hatte uns eine Liste mit Möglichkeiten gegeben, passend zur Anzahl der Fahrräder, aber wir mussten selbst herausfinden, welches Schloss zu welchem Rad gehörte. Es dauerte nicht lange, denn so viele waren es nun auch wieder nicht. Tatsache ist, dass man Fahrradfahren nie verlernt. Dies merkte ich sogleich, als ich mich auf den nächstbesten Drahtesel schwang und daran zurückdachte, wie lange die letzte Spazierfahrt her war. Tatsache ist auch, dass man nach so langer Zeit Muskelkater bekommt.
An diesem Tag beschloss ich, Franziska niemals an das Steuer eines Automobils zu lassen. Zumindest nicht in Ländern mit Linksverkehr, nicht wenn ich mitfahren muss und nicht wenn es noch weitere Verkehrsteilnehmer gibt. Sie hatte sich immer noch nicht so ganz an die Umstände gewöhnt. Ich hoffe, das kommt noch.
Erst einmal mussten wir mit den hiesigen Verkehrsregeln zurechtkommen. Es besteht Helmpflicht für Radfahrer und jedes Vergehen wird mit 55 NZ$ Bußgeld bestraft. Selbstverständlich herrscht auf der Straße Linksverkehr. Aber wo Radfahrer nun hin gehören, ob auf Straßen, Radwege oder Bürgersteige, schien mir recht willkürlich. Jeder schien das zu machen, wonach ihm oder ihr gerade der Sinn stand. Wir versuchten uns mit deutschen Regeln, was uns nicht in den Mittelpunkt der polizeilichen Aufmerksamkeit führte. Es schien also zu funktionieren. Zumindest begingen wir keine so groben Verstöße, dass es irgendjemand für nennenswert hielt.
Auf unserem Weg zum Mittelpunkt von Neuseeland kamen wir an einigen Stationen vorbei, die wir uns auch noch ansehen wollten. Wir verschoben es auf den Rückweg, da wir unsere Pläne nicht völlig über Bord werfen wollten und zudem einen Aufstieg in der Mittagshitze zu meiden versuchten. Am Park am Fuß des Bergs packten wir unser Mittagessen raus, das wir genüsslich verspeisten. Es gab ein buntes Bento, das schon als Kunstwerk gewertet werden kann, wenn man die Umstände der Zubereitung in einer rudimentär eingerichteten Küche bedenkt. Dennoch war es vorzüglich.
Der geographische Mittelpunkt Neuseelands war genauso protzig gekennzeichnet, wie ich es mir vorgestellt und erhofft hatte. Ein kleines Schild reicht nicht aus – die Neuseeländer mögen es nun einmal ein bisschen größer –, nein, man stellte gleich eine Statue auf, die auch von der nächsten Stadt noch zu sehen ist. Wir genossen die Aussicht ein bisschen, machten Pause, knipsten Fotos und gingen wieder gemächlich den Berg hinunter.

Auf unserem Rückweg kamen wir am Queen’s Garden vorbei, den wir schon zuvor als Ausflugsziel anvisiert hatten. Also gingen wir hinein, um uns von der Dekadenz der englischen Gartenkunst beeindrucken zu lassen. Im Garten gab es noch einen Chinesischen Garten. Alles war schön gepflegt, es gab einen Teich, Rosenbeete, Brücken, Statuen, Wasserrad, Pavillons, was eben dazu gehört.

Dann kamen wir an der Kathedrale dieses Ortes vorbei. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich sie hier erwähnen soll, weil sie wirklich nicht schön oder interessant war. Das Beste an ihr war immer noch der Sonnencremespender, der an einer Laterne am Eingang zu dem Gebäude befestigt war. Darüber hinaus war sie grau – die Kathedrale, nicht die Laterne.

Erst am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug zum Meer, der recht unspektakulär ausfiel. Da eine große Sandbank den Hafen von Nelson belagerte, gab es keinen Badestrand. Man hätte viel zu weit durch flaches Wasser waten müssen, bevor man eine akzeptable Schwimmtiefe erreichte. An der Küste waren aber zwei Parks gelegen, die wir uns bei der Gelegenheit auch noch ansehen wollten. Leider stellte sich heraus, dass sie unbefriedigend ungrün waren, sondern stattdessen von Stadions eingenommen wurden. Die wenigen Pflanzen in diesen „Parks“ waren klein, vielleicht gerade erst vor dem Sommer gepflanzt.
Wir radelten noch ein bisschen durch die Stadt, nur um uns umzusehen, bevor wir wieder ins Hostel einkehrten und unsere Sachen für den bevorstehenden Aufbruch packten. Am Morgen darauf fuhr unser Bus sehr früh ab.

Die Fähre brachte uns nach Picton, von wo aus wir dann den Bus nach Nelson nahmen. Die Überfahrt mit der Fähre von Wellington nach Picton dauert ungefähr drei Stunden, allerdings muss man hier anmerken, dass man die letzte Stunde praktisch schleicht, weil man die Meerenge durchqueren muss. Unser letzter Gastgeber empfahl uns zu dieser Zeit aufs Deck zu gehen, weil man mit Glück Delphine sehen kann. Wir hatten leider kein Glück. Aber auch so war die Landschaft einfach nur traumhaft: grüne Berge, die ins Meer eintauchen; weiße Sandstrände mit abgeschottet liegenden Einfamilienhäusern; Inselchen, Küstenstriche, blauer Himmel.

Die Fahrt hingegen war durchwachsen. Franziska mochte sie nicht, ich war schnell gelangweilt, obwohl einem reichlich Abwechslung geboten wurde, ja, es gab sogar ein Kino an Bord. Als wir bei der Abfahrt allerdings oben auf dem Deck saßen, uns gebührlich von Wellington verabschiedeten, fragten wir uns wieder, wo wir eigentlich waren. Links, vorne, hinten, überall um uns herum saßen Leute aus Deutschland. Man sollte meinen, dass ich mich langsam daran gewöhnte, aber weit gefehlt. Es kommt mir immer noch seltsam vor; es war viel einfacher sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Immer noch erwarte ich, dass ich irgendwo um die Ecke komme, einer Gruppe von sich unterhaltenden Geschäftsleuten über den Weg laufe und kein Wort verstehe, weil sie eine Fremdsprache sprechen. Ja, ich finde es auch ein bisschen seltsam, dass Englisch die Amtssprache Neuseelands ist, weil es einfach zu weit weg ist, um so familiär zu sein. Egal, ich schweife ab.
Der Aufenthalt in Picton beschränkte sich auf das Entgegennehmen unseres Gepäcks. Keine halbe Stunde später ging es im Intercitybus weiter. Der Busfahrer war äußerst redselig, tatsächlich quasselte er die gesamte Strecke von Picton nach Nelson durch. Ich wunderte mich stellenweise, wann er Luft dafür holte. Es gab einige interessante Informationen, aber das meiste beschränkte sich auf Kleinigkeiten, weshalb ich mich nach einiger Zeit zurückzog und das ganze Geplapper ausblendete. Die wichtigste Information kam kurz vor unserer Ankunft in Nelson: Es gab hier viele Hotels und Hostels, die einen Shuttleservice von der und zur Bushaltestelle anboten.
Da wir nicht genau wussten, wo unsere Herberge lag (Straßenschilder helfen einem sich zurechtzufinden, wenn keine vorhanden sind, wird es schwierig), riefen wir kurzerhand an und erkundigten uns, wie wir am besten zum Bug Backpackers käme. Die Antwort war schlicht phantastisch. Sie würden uns abholen. Keine zehn Minuten später saßen wir bei Richard im Auto, der zwischendurch noch ein Mädel einsammelte, und unterhielten uns mit dem lustigen Kerl. Das Bug Backpackers lag ein wenig außerhalb des Zentrums und es gab nur wenige Leute, die die lange Straße mit Gepäck beladen hinunter gingen, so dass die meisten davon tatsächlich zum Hostel wollten. Richard neigte dazu, zwischendurch immer wieder anzuhalten, wenn er eine solche Gestalt sah, und die Leute anzusprechen, ob sie zu seiner Herberge gingen. So manches Mal erntete er komische Blicke für sein Verhalten. Wer sonst hält mal eben am Straßenrand, um fremde Leute anzusprechen? Sein schwarzes Vehikel und der kahlrasierte Kopf halfen ihm nicht sonderlich bei der Zerstreuung von mütterlichen Ängsten.
Im Büro von Bug Backpackers wurden wir von Rachael begrüßt. Nun ja, wir mussten einige Minuten auf sie warten, aber das war kaum der Rede wert, immerhin herrschte gerade reger Andrang und sie nahm sich für jeden Gast viel Zeit. Wir erhielten einen Schlüssel für unser Zimmer, stellten dann aber fest, dass auch hier die Schlüssel nur der Zierde dienten. Die Tür konnte abgeschlossen werden, ja, aber was nützte es, wenn dafür die Terrassentür sperrangelweit offen stand? Es gab keine Schränke, nicht einmal einen Spind. Das schien alle anderen Leute mit ihren i-Phones, i-Pads oder i-Sachen nicht zu stören, also beruhigten wir uns damit, dass es in Neuseeland eben so war.
Unsere vorhergehenden Gastgeber hatten uns vor Picton und Nelson „gewarnt“. Anscheinend hatten sich dort die ganzen komischen Gestalten der Weltgeschichte versammelt, so dass die Hippieszene noch immer in voller Blüte war. Tatsächlich habe ich in sonst keiner Stadt so viele Leute gesehen, die barfuß durch die Gegend liefen. Eine amerikanische Mitbewohnerin unseres Zimmers passte hervorragend in das bunte Stadtbild. Abends saß sie mit ihrer Ukulele und arbeitete an ihrem nächsten Hit. Sie hätte noch ein bisschen Geld in Gesangstunden investieren sollen.
Bei unserer Ankunft empfahl Rachael uns eine Wanderroute, die zum geographischen Mittelpunkt Neuseelands führte. Es war klasse, dass Bug Backpackers seinen Gästen kostenlose Fahrräder zur Verfügung stellte, weil wir auf diese Art schnell ins Zentrum und an jeden beliebigen Ort kamen. Vorher musste man nur ein kleines Rätsel lösen: Welches Schloss hatte welche Zahlenkombination? Man hatte uns eine Liste mit Möglichkeiten gegeben, passend zur Anzahl der Fahrräder, aber wir mussten selbst herausfinden, welches Schloss zu welchem Rad gehörte. Es dauerte nicht lange, denn so viele waren es nun auch wieder nicht. Tatsache ist, dass man Fahrradfahren nie verlernt. Dies merkte ich sogleich, als ich mich auf den nächstbesten Drahtesel schwang und daran zurückdachte, wie lange die letzte Spazierfahrt her war. Tatsache ist auch, dass man nach so langer Zeit Muskelkater bekommt.
An diesem Tag beschloss ich, Franziska niemals an das Steuer eines Automobils zu lassen. Zumindest nicht in Ländern mit Linksverkehr, nicht wenn ich mitfahren muss und nicht wenn es noch weitere Verkehrsteilnehmer gibt. Sie hatte sich immer noch nicht so ganz an die Umstände gewöhnt. Ich hoffe, das kommt noch.
Erst einmal mussten wir mit den hiesigen Verkehrsregeln zurechtkommen. Es besteht Helmpflicht für Radfahrer und jedes Vergehen wird mit 55 NZ$ Bußgeld bestraft. Selbstverständlich herrscht auf der Straße Linksverkehr. Aber wo Radfahrer nun hin gehören, ob auf Straßen, Radwege oder Bürgersteige, schien mir recht willkürlich. Jeder schien das zu machen, wonach ihm oder ihr gerade der Sinn stand. Wir versuchten uns mit deutschen Regeln, was uns nicht in den Mittelpunkt der polizeilichen Aufmerksamkeit führte. Es schien also zu funktionieren. Zumindest begingen wir keine so groben Verstöße, dass es irgendjemand für nennenswert hielt.
Auf unserem Weg zum Mittelpunkt von Neuseeland kamen wir an einigen Stationen vorbei, die wir uns auch noch ansehen wollten. Wir verschoben es auf den Rückweg, da wir unsere Pläne nicht völlig über Bord werfen wollten und zudem einen Aufstieg in der Mittagshitze zu meiden versuchten. Am Park am Fuß des Bergs packten wir unser Mittagessen raus, das wir genüsslich verspeisten. Es gab ein buntes Bento, das schon als Kunstwerk gewertet werden kann, wenn man die Umstände der Zubereitung in einer rudimentär eingerichteten Küche bedenkt. Dennoch war es vorzüglich.
Der geographische Mittelpunkt Neuseelands war genauso protzig gekennzeichnet, wie ich es mir vorgestellt und erhofft hatte. Ein kleines Schild reicht nicht aus – die Neuseeländer mögen es nun einmal ein bisschen größer –, nein, man stellte gleich eine Statue auf, die auch von der nächsten Stadt noch zu sehen ist. Wir genossen die Aussicht ein bisschen, machten Pause, knipsten Fotos und gingen wieder gemächlich den Berg hinunter.

Auf unserem Rückweg kamen wir am Queen’s Garden vorbei, den wir schon zuvor als Ausflugsziel anvisiert hatten. Also gingen wir hinein, um uns von der Dekadenz der englischen Gartenkunst beeindrucken zu lassen. Im Garten gab es noch einen Chinesischen Garten. Alles war schön gepflegt, es gab einen Teich, Rosenbeete, Brücken, Statuen, Wasserrad, Pavillons, was eben dazu gehört.

Dann kamen wir an der Kathedrale dieses Ortes vorbei. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich sie hier erwähnen soll, weil sie wirklich nicht schön oder interessant war. Das Beste an ihr war immer noch der Sonnencremespender, der an einer Laterne am Eingang zu dem Gebäude befestigt war. Darüber hinaus war sie grau – die Kathedrale, nicht die Laterne.

Erst am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug zum Meer, der recht unspektakulär ausfiel. Da eine große Sandbank den Hafen von Nelson belagerte, gab es keinen Badestrand. Man hätte viel zu weit durch flaches Wasser waten müssen, bevor man eine akzeptable Schwimmtiefe erreichte. An der Küste waren aber zwei Parks gelegen, die wir uns bei der Gelegenheit auch noch ansehen wollten. Leider stellte sich heraus, dass sie unbefriedigend ungrün waren, sondern stattdessen von Stadions eingenommen wurden. Die wenigen Pflanzen in diesen „Parks“ waren klein, vielleicht gerade erst vor dem Sommer gepflanzt.
Wir radelten noch ein bisschen durch die Stadt, nur um uns umzusehen, bevor wir wieder ins Hostel einkehrten und unsere Sachen für den bevorstehenden Aufbruch packten. Am Morgen darauf fuhr unser Bus sehr früh ab.
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