Samstag, 21. März 2015
Kleinigkeiten, Teil I
• In jeder Stadt gibt es eine I-Site. Das ist ein Touristeninformationsbüro, in dem sehr viele Prospekte ausliegen, die man einfach so mitnehmen kann. Oftmals gibt es noch die Möglichkeit, dort Bustickets und / oder Souvenirs zu kaufen. Das beste an diesen I-Sites ist allerdings, dass man immer kostenlose Stadtpläne bekommt. Zwar sind sie nicht immer bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, selten maßstabsgetreu und oft sind es nur Ausschnitte der Innenstadt, aber für unsere touristischen Belange reichen sie allemal.
• Die Türgriffe in Neuseeland sind verwirrend. Es sind diese runden Knaufe, die ich bisweilen nur aus amerikanischen Filmen kannte. Als wir das erste Mal versuchten eine Tür mit dieser Art Griff abzuschließen, waren wir davon überzeugt, dass etwas kaputt war – oder wir zu dumm, sie zu bedienen. Ein deutsches Mädel in einem Hostel erklärte uns, dass letzteres der Fall war. Man muss den Knopf im Griff auf der Innenseite der Tür reindrücken und die Tür hinter sich zu ziehen, um abzuschließen. Von innen kann man den Knauf drehen und die Tür öffnet; von außen braucht man einen Schlüssel, kann dann aber in jede beliebige Richtung drehen.
• Fast jede Stadt hat ein eigenes Museum. Woher nehmen sie so viele Ausstellungsstücke?
• Neuseeländer lieben Kreisverkehre. Oder das neuseeländische Verkehrsministerium. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, wird einer gebaut. Es ist schlimmer als bei den Polen. Natürlich spart das Ampeln und damit Strom, aber man kann es auch übertreiben. Zumal die Verkehrsregeln hier gewaltig von denen in Deutschland abweichen. Ein Kreisverkehr in Neuseeland verhält sich genauso wie eine Kreuzung: Biegt man ab, setzt man einen Blinker in die gewünschte Richtung; fährt man geradeaus, ist kein Blinken notwendig.
• Überhaupt richtet sich der Verkehr hauptsächlich nach den Autos. Sie geben den Ton an, und als Fußgänger muss man aufpassen, was man macht. Anfangs erzählte uns irgendjemand, dass die Neuseeländer sehr sportlich seien. Wir sahen auch viele Leute renne, aber anders als bei den Schweden machten sie es nicht aus Vergnügen und in ihrer Freizeit, sondern beim Überqueren der Straße. Die Autofahrer machen keine Anstalten langsamer zu fahren, Ampeln sind rar und wenn man über eine mehrspurige Straße will, muss man kreativ sein. Nur der Zebrastreifen scheint noch einigermaßen sicher.



• Die meisten Einkaufsstraßen sind überdacht. Nicht die Straßen an sich, aber die Gehwege vor den Geschäften. Es ist auch nicht so, dass jedes Geschäft eine eigene Markise hätte, nein, die Häuser sind schon so gebaut, damit die Kunden bei starkem Regen trockenen Fußes durch die Innenstädte flanieren können. Es könnte auch ein Schutz gegen den ständigen Sonnenschein sein. Wir haben nicht gefragt.
• Während unseres Aufenthaltes haben wir erlebt, wie in der kleinen Studentenstadt Dunedin (weniger als 120.000 Einwohner) die schnellste Internetverbindung auf der Südhalbkugel verlegt wurde. Wir lachten uns scheckig, als ein Student begeistert erzählte, dass er endlich skypen könne, während sein Mitbewohner einen Film aus dem Internet streamte. Vorher sei die Verbindung dafür nicht schnell genug gewesen.
• Außerhalb von Auckland schmeckt das Wasser überall gut. Chlor scheint nur in der Großstadt ein Problem zu sein. Selbst in Nelson war der Geschmack nicht so aufdringlich, obwohl dort auch Chlor ins Wasser gemischt wurde.
• Langnese heißt hier Streets.
• Neuseeländer haben einen komischen Bezug zu „made in New Zealand“. Ich bin mir ja darüber im Klaren, dass „Made in Germany“ ein Qualitätssiegel ist, und ich könnte mich damit abfinden, dass Neuseeländer genau so über ihre Waren denken. Aber Dienstleistungen? Es gibt genug Betriebe, die Werbung damit machen, dass sie von Kiwis (den Menschen) besessen und geführt sind. Eine gewisse Ausländerfeindlichkeit kommt mir in den Sinn.

Made in New Zealand

• Umweltschutz ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits rühmen sich die Neuseeländer damit, dass sie nur „einen kleinen Fußabdruck auf unserem Planeten“ hinterlassen. Andererseits ist die Mülltrennung bizarr, aus allem wird eine Touristenhochburg gemacht und die Häuser sehen aus, als würden sie beim nächsten Sturm auseinanderbrechen. Bei jedem Einkauf bekommt man haufenweise Plastiktüten hinterhergeworfen, die so dünn sind, dass man sie nicht einmal ein zweites Mal verwenden kann. Papier wird nicht recycelt. Mein persönlicher Eindruck war, dass Umweltschutz der Gesellschaft zugeschrieben wird, die Einzelperson sich aber wenig darum kümmert. Nur alle anderen scheinen dafür verantwortlich zu sein.

... comment